Andacht

Mann muss Gott mehr gehorchen, als den Menschen.
Apostelgeschichte 5,29

 

Liebe Lerserin, lieber Leser,

Gott und der Gehorsam ihm gegenüber stehen an erster Stelle; das war für Marin Luther von entscheidender Bedeutung. In all seinem Wirken und Mühen ging es ihm letztlich darum, Gott und seinem Wort Gehorsam zu leisten. Darum hat er leidenschaftlich gerungen, ist Konflikten nicht aus dem Wege gegangen, hat den Kampf mit den Mächtigen seiner Zeit aufgenommen. Es war ihm allein um die Ehre Gottes zu tun. Wieder und wieder hat Martin Luther an das 1. Gebot erinnert:

Ich bin der Herr dein Gott, du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

In einer seiner Schriften, dem Großen Katechismus, führt Luther dazu Folgendes aus:
"Was heißt es, einen Gott haben, oder was ist Gott?"
Antwort: ein Gott heißt das, dazu man sich versehen soll alles Guten und Zuflucht haben in allen Nöten; also dass einen Gott haben nichts anders ist, denn ihm von Herzen trauen (=vertrauen) und glauben; wie ich oft gesagt habe, dass allein das Trauen und Glauben des Herzens beide macht, Gott und Abgott. Ist der Glaube und das Vertrauen recht (=wahr), so ist auch dein Gott recht; und wiederum, wo das Vertrauen falsch und unrecht ist, da ist auch der rechte (=wahre) Gott nicht. Denn die zwei gehören zu Haufe (=zusammen) Glaube und Gott.

 Worauf du nun, sage ich, dein Herz hängst und dich verlässest das ist eigentlich (=in Wahrheit) dein Gott.

 Darum ist nun die Meinung (=Bedeutung) dieses Gebotes, dass es fordert den rechten Glauben und Zuversicht des Herzens, welche den wahren einigen Gott treffen (=sich auf ihn richten) und an ihm allein hängen. ... Sieh zu (sagt Gott im 1. Gebot), lass mich allein deinen Gott sein und suche ja keinen anderen; ...was dir magelt an Gutem, ... das suche bei mir, und wo du Unglück und Not leidest ... halte dich zu mir. Ich, ich will dir genug geben und aus aller Not helfen, lass nur dein Herz an keinem andern hägen.

... Es ist mancher, der meint, er habe Gott und alles genug, wenn er Geld und Gut hat, verlässt sich darauf und brüstet sich so steif und sicher, dass er auf niemand etwas gibt. Siehe, dieser hat auch einen Gott, der heißt Mammon, das ist Geld und Gut, darauf er all sein Herz setzt. ... Wer Geld und Gut hat, der weiß sich sicher, ist fröhlich und unerschocken, als sitze er mitten im Paradies; und wieder wer keins hat, der verzweifelt und verzagt, als wisse er von keinem Gott. Denn man wird ihrer gar wenig finden, die guten Mutes sind, nicht trauern noch klagen, wenn sie kein Ged haben. Es klebt und hängt der Natur an bis ins Grab. ... Ebenso, wer darauf traut und trotzt, dass er große Kunst, Klugheit, Gewalt, Gunst Freundschaft und Ehre hat, der hat auch einen "Gott", aber nicht den wahren, einigen Gott. Da siehst du wieder, wie vermessen, sicher und stolz einer auf solche Güter ist, und wie verzagt, wenn sie nicht vorhanden oder entzogen werden. Darum sage ich nochmals ... einen Gott haben heißt: etwas haben, darauf das Herz gänzlich vertraut."

Gott steht an erster Stelle für einen Christen. Der Gehorsam anderen gegenüber, z.B. den Vorgesetzten, Institutionen, staatlichen Organen und ähnlichen, hat darum seine Grenzen. Martin Luther führt einen konkreten Fall an.

 "Wenn es dahin kommt, dass die weltliche Gewalt (die Obrigkeit, der Staat) etwas gegen Gottes Gebot gebietet, oder die Untertanen daran hindert, Gottes Gebot zu befolgen, da hört der Gehorsam auf, da ist die Pflicht aufgehoben. Hier muss man sagen, wie Petrus zu den Fürsten der Juden sagte:

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Petrus sagt nicht, man darf Menschen überhaupt nicht gehorsam sein, das wäre falsch. Er sagt: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Wenn ein Fürst Kreig führt, der eine öffentlich unrechte Sache betreibt, dem soll man nicht gehorsam sein und auch nicht helfen, weil Gott geboten hat: wir sollen unseren Nächsten nicht töten noch Unrecht tun. Ebenso wenn man uns befiehlt, falsch Zeignis zu geben, zu rauben, zu lügen, zu betrügen und dergleichen mehr. Hier soll man Gut, Ehr, Leib und Leben fahren lassen und auf Gottes Gebot bestehen."
(Aus der Schrift von den guten Werken)

An einer anderen Stelle wird Luther noch deutlicher. "Kein Mensch, kein Fürst, kein Bischof, kein Papst, noch nicht einmal ein Engel darf etwas gebieten oder setzten, das den Geboten Gottes entgegensteht, hinderlich oder nicht förderlich ist. Und wenn sie es doch tun, so hält es nicht und gilt auch nicht, und wir sind ihnen den Gehorsam nicht schuldig."

Mit freundlichen Grüßen Ihr

Hans-Joachim Keßler, Pfr.

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