Andacht

„Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.“

Sprüche 16,24

 

Liebe Leserin, lieber Leser des Gemeindebriefes!

Der Vers für den Monat Juni findet sich in den Sprüchen Salomos. Wie der Name schon sagt, beinhaltet dieses biblische Buch eine Fülle von Aussprüchen und einprägsamen Sprichwörtern, in denen sich viel Lebensweisheit und Erfahrung niederschlagen hat.

Ums freundliche Reden geht es nun in unserem Fall. Freundliche Rede – das kann der Gruß sein, mit dem eine Mutter ihr Kind morgens aus dem Schlaf weckt, die nette Auskunft, die einem am Schalter gegeben wird, ein Dankeschön, wenn es uns geschmeckt hat, anerkennende Worte für die gelungene Reparaturarbeit des Handwerkers.

Wir wissen, der Ton macht die Musik. Es liegt viel daran, wie man etwas Bestimmtes sagt. Auch Widerspruch und Kritik kann man mürrisch und abweisend äußern, oder in eher freundlichem Ton dem Betroffenen mitteilen.

Aber es geht dem weisen Salomo sicher um mehr. Er vergleicht die Wirkung der freundlichen Reden mit dem Honigseim. Dieses alte Wort meint den Nektar, der ungeläutert aus den Bienenwaben fließt. Er ist reich an Inhaltsstoffen und verfügt über heilende, entzündungshemmende Wirkungen.

Mit unseren Worten können wir anderen sehr wehtun, sie verletzen und beschädigen. Die Macht der Worte reicht soweit, dass dadurch Menschen zugrunde gerichtet und ruiniert werden. Man spricht sogar vom Rufmord! Soziale Medien, Internet, Facebook liefern reichlich Beispiele für solche Verrohung der Sprache, die leider mehr und mehr um sich greift. Unser biblisches Wort stellt uns zu all den Verrohungen und Verunglimpfungen die Alternative vor Augen: Es ist die freundliche Rede.

Mit unseren Worten können wir trösten, aufrichten, Mut zusprechen, zur Verständigung und Versöhnung beitragen. So mancher unter uns wird dankbar sein für ein solches freundliches Wort, das ihm im Leben an entscheidender Stelle weitergeholfen hat.

Freilich gilt für das freundliche Reden, was eigentlich für alles Tun und Lassen von uns Menschen gilt: Aus dem Herzen kommt es, das eine wie das andere, das Gute wie das Böse.

„Wie könnt ihr Gutes reden, die ihr böse seid?“

„Wes das Herz voll ist, das geht der Mund über.“ Matthäus 12,34

Lassen wir uns darum zuerst und immer wieder freundlich anreden von dem, in dem die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes zu uns gekommen: Jesus Christus. Wer sein Evangelium, seine frohe Botschaft hören darf, erfährt wie wahr gesagt der Spruch ist: „Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele heilsam für die Glieder.“ Durch Gottes treues, freundliches Reden zu uns in Jesus Christus werden Wir ermutigt und gestärkt, von dem zu reden und zu sprechen, was gut für die Seele und heilsam für die Glieder ist.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Hans-Joachim Keßler, Pfr.

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Pfarrer Hans-Joachim Keßler

Jugendreferent Diakon Sven Vorderbrück